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Digitalisierung und Nachhaltigkeit

06.03.2025  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind zwei zentrale Entwicklungen unserer Zeit, um die kein Weg mehr herumführt. Sie sind eng miteinander verzahnt und beeinflussen sich nicht nur gegenseitig, sondern auch die Wirtschaft und Gesellschaft auf komplexe Weise.

Die Wechselwirkung zwischen Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsbestreben wird als „Twin Transition“ bezeichnet. Einerseits eröffnet die Digitalisierung immense Potenziale für nachhaltige Entwicklungsziele, andererseits bringt sie aber auch Risiken mit sich, die es zu bewältigen gilt. Unternehmen, die diese doppelte Transformation erfolgreich umsetzen, können ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und einen bedeutenden Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen leisten.

Die Motive und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Twin Transition

Die Motive sich der Twin Transition zu widmen sind vielfältig. Ein zentraler Treiber sind regulatorische Anforderungen, wie beispielsweise die Verpflichtung zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Gleichzeitig spielt die steigende Attraktivität als Arbeitgeber eine wichtige Rolle – immer mehr Fachkräfte bevorzugen Unternehmen, die sich klar zu Nachhaltigkeit und moderner digitaler Transformation bekennen.

Eine Metastudie des Fraunhofer-Instituts und der Bertelsmann-Stiftung zeigen, dass auch moderne Arbeitsformen die Umsetzbarkeit der Twin Transition beeinflussen. Flache Hierarchien und moderne Führungsstrukturen wirken sich beispielsweise positiv aus. Auch gezielte Schulung für Mitarbeitende zu den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung bringen laut Studie einen Vorteil. Erst wenn Arbeitgebende es ihren Mitarbeitenden ermöglichen die notwendigen Kompetenzen zu erwerben, um mit Innovationen umzugehen und informierte, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, kann die Transformation gelingen. Gleichzeitig müssen Unternehmen sicherstellen, dass alle zu digitalisierenden Daten zuverlässig geschützt und vertraulich behandelt werden, um das Vertrauen von Kunden und Partnern zu wahren.

Digitalisierung: Potenziale und Herausforderungen

Die Digitalisierung hat längst nahezu alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft durchdrungen. Sie bietet zahlreiche Möglichkeiten, um nachhaltige Entwicklungsziele zu fördern. So können durch die Optimierung von Prozessen und der Steuerung von Liefer- und Wertschöpfungsketten Ressourcen und Energie gezielt eingespart werden.

Darüber hinaus kann die Digitalisierung auch zur Stärkung der sozialen Nachhaltigkeit beitragen, etwa durch die Verbesserung der Arbeitssicherheit oder die Entlastung der Mitarbeitenden. Nichtsdestotrotz bringt die Digitalisierung auch Herausforderungen mit sich, zum Beispiel durch den sogenannten Rebound-Effekt: Werden durch die Digitalisierung Ressourcen an einer Stelle eingespart, können diese Einsparungen an anderer Stelle durch erhöhten Verbrauch wieder zunichte gemacht werden. Schließlich kann der verstärkte Einsatz digitaler Technologien den Ressourcen- und Energieverbrauch zwar im Bestfall senken, jedoch bei falscher, unbedachter Anwendung auch deutlich anheizen. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind digitale Technologien bereits heute für 4 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich – ein Wert, der dem des globalen Flugverkehrs entspricht.

Nachhaltigkeit: Eine zwingend notwendige Entwicklung

Nachhaltigkeit ist kein optionales Extra, sondern eine zwingende Notwendigkeit, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Während die Frage, wie nachhaltig die Digitalisierung tatsächlich ist, bisher oft vernachlässigt wird, zeigt sich eindeutig, dass Digitalisierung nicht zwangsläufig zu mehr Nachhaltigkeit führt. Unternehmen müssen daher sorgfältig abwägen, wie und wo sie digitale Technologien einsetzen, um wirklich nachhaltige Effekte zu erzielen.

Zentral dafür ist die Vermeidung des Rebound-Effekts. Wenn beispielsweise durch den Einsatz digitaler Technologien Ressourcen eingespart werden, müssen Unternehmen sicherstellen, dass diese Einsparungen nicht durch erhöhten Verbrauch an anderer Stelle wieder aufgehoben werden. Dies erfordert eine ganzheitliche Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette und eine enge Verzahnung von digitalen und nachhaltigen Strategien.

Implementierung und Begleitung der Twin Transition

Die Twin Transition birgt großes Potenzial, jedoch müssen Unternehmen – wie so oft – zunächst eine klare Strategie entwickeln, bevor sie sich Hals über Kopf in die Implementierung von digitalen Technologien stürzen.

  • Spicken Sie bei der Konkurrenz: Verschaffen Sie sich einen Überblick über bewährte digitale Lösungen in Ihrer Branche. Schauen Sie sich an, welche Prozesse bei Ihren Wettbewerbern bereits erfolgreich digitalisiert sind und welche Software sich bewährt hat. Dies kann Ihnen wertvolle Einblicke geben und helfen, fundierte Entscheidungen für die digitale Transformation in Ihrem eigenen Unternehmen zu treffen.
  • Hinterfragen als Grundsatz: Kritische Bewertung der Digitalisierung: Digitalisierung ist ein leistungsstarkes Werkzeug, aber sie ist nicht in jedem Fall die Lösung. Evaluieren Sie genau, welche Prozesse wirklich von der Digitalisierung profitieren können. Das Ziel sollte immer die Optimierung und Effizienzsteigerung sein, nicht die Digitalisierung um jeden Preis.
  • Schulen, weiterbilden, informieren: Der Erfolg der digitalen Transformation hängt maßgeblich von den Fähigkeiten Ihrer Mitarbeitenden ab. Stellen Sie sicher, dass Ihre Teams über das notwendige Know-how verfügen, um neue digitale Tools und Prozesse effektiv zu nutzen. Informieren Sie Ihre Mitarbeitenden frühzeitig und umfassend über bevorstehende Änderungen, um Ängsten und Widerständen vorzubeugen und die Akzeptanz zu fördern.

Bild: ready made (Pexels, Pexels Lizenz)

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