24.03.2025 — Online-Redaktion Verlag Dashöfer. Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Außenpolitisch vor allem mit Blick auf die sprunghafte US-Handelspolitik sowie die Perspektiven des Krieges in der Ukraine, innenpolitisch hinsichtlich der Ausgestaltung und Umsetzung der finanzpolitischen Vorschläge im Kontext der laufenden Sondierungsgespräche.
Trotz der Erholung der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Januar, die vor allem von den Automobilherstellern getragen wurde, ist noch keine grundlegende Trendwende in der Industrieproduktion absehbar. So ist die Kapazitätsauslastung in der Industrie nach Angaben des ifo Institutes zu Jahresbeginn von dem bereits niedrigen Niveau weiter gesunken. Auf eine anhaltende industrielle Schwäche deuten zuletzt auch wieder rückläufige Auftragseingänge, der spürbare Rückgang des Lkw-Maut-Fahrleistungsindex als Indikator für die Industrieproduktion sowie die schwächeren VDA-Daten zur Automobilproduktion im Februar hin. Im Dienstleistungssektor, der die Schwäche der Industrie- und Bauproduktion im vergangenen Jahr teilweise kompensieren konnte, kam es sowohl bei den unternehmens- wie auch den konsumnahen Dienstleistern zum Jahresende zu kräftigen Rückgängen in der Produktion.
Die erwartete Belebung des privaten Konsums scheint sich auch zu Jahresbeginn nicht zu realisieren: Der Einzelhandel startet nach dem schwachen Weihnachtsgeschäft mit einem geringen Plus in das neue Jahr und die Kfz-Zulassungen von privaten Haltern waren im Februar im Vormonatsvergleich deutlich rückläufig.
Die Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft zeigt sich zuletzt uneinheitlich: Der ifo-Geschäftsklimaindex blieb im Februar unverändert, wobei sich die Einschätzungen zur Geschäftslage etwas verschlechterten, während sich die Erwartungen aufgehellt haben. Vor allem Dienstleister bewerteten sowohl ihre Geschäftslage wie auch die Perspektiven pessimistischer. Das von der KfW und dem Ifo Institut ermittelte Geschäftsklima für den Mittelstand zeigte, dass auch die Mittelständler im Februar sowohl ihre aktuelle Lage wie auch die Geschäftserwartungen negativer einschätzten.
Andere Stimmungsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex von S&P Global oder die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich – ausgehend von niedrigen Niveaus – zuletzt etwas aufgehellt und deuten eine konjunkturelle Bodenbildung an. Die Umfrageindikatoren für die Stimmung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern senden ebenfalls uneinheitliche Signale. Während sich zuletzt das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) und das HDE-Konsumbarometer leicht verbesserten, war das GfK-Konsumklima weiter rückläufig.
Die anhaltend schwache binnen- und außenwirtschaftliche Nachfrage bei gleichzeitig gestiegenen Ungewissheiten hinsichtlich der handels- und geopolitischen Perspektiven dürften in der Wirtschaft und bei privaten Haushalten weiterhin zur Zurückhaltung bei Investitions-, Beschäftigungs- und Konsumentscheidungen führen. Auch wenn sich die außen- und geopolitischen Ungewissheiten auf absehbare Zeit vermutlich nicht verringern werden, könnten von den derzeit diskutierten finanzpolitischen Vorhaben der zukünftigen Regierungskoalition stabilisierende Erwartungseffekte und zunehmende Planungssicherheit für private Haushalte und die Wirtschaft ausgehen.
Die globale Industriekonjunktur zeigte sich zuletzt robust. Im Dezember beschleunigte sie sich – sowohl in den Schwellen- als auch in den Industrieländern – mit saisonbereinigt +0,8 % gegenüber dem Vormonat, nachdem sie in den vorangegangenen Monaten verhaltener expandiert hatte. Damit lag sie zum Jahresende 2024 um 2,5 % über dem Vorjahreswert. In den Frühindikatoren für die weltweite Produktionsentwicklung spiegelt sich aktuell die deutlich gestiegene Unsicherheit mit Blick auf einen möglichen internationalen Handelskrieg wider.
Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global ist im Februar weiter, um 0,3 Punkte auf 51,5 Punkte gefallen. Damit signalisiert er nach wie vor ein leichtes, aber etwas geringeres Wachstum als im Vormonat. Während der Index im Dienstleistungsbereich auf nunmehr 51,6 Punkte nachgab, hellte sich die Stimmung in der Industrie mit einem Anstieg von 0,5 Punkten auf 50,6 Punkte weiter auf. Allerdings dürfte die gefestigte Entwicklung in der Industrie zumindest zum Teil auf temporäre Vorzieheffekte mit Blick auf die angekündigten US-Zollanhebungen zurückzuführen sein. Auch der SENTIX-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft, der die Stimmung unter Investorinnen und Investoren widerspiegelt, ist im März gefallen; sowohl die Erwartungen als auch die Lageeinschätzung trübten sich ein. Hinter dem Rückgang des Gesamtindex verbergen sich stark divergierende regionale Entwicklungen: Während sich die Stimmung der Finanzmarktakteure in Europa infolge der angekündigten staatlichen Mehrausgaben sprunghaft verbesserte, brach der SENTIX-Index für die USA zuletzt so stark ein wie zuletzt in der globalen Finanzkrise 2008. Die erratische Handelspolitik der US-Administration sorgt für eine hohe Verunsicherung und Volatilität an den Finanzmärkten.
Der weltweite Güterhandel hat seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Im Dezember nahm er im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 1,1 % zu. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag er um 3,3 % im Plus. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index deutet darauf hin, dass der Welthandel auch zu Jahresbeginn 2025 trotz der gestiegenen handelspolitischen Unsicherheit zunächst weiter expandieren dürfte. Im Januar konnte der RWI/ISL-Index mit einem Anstieg von 128,9 auf 133,1 Punkte seinen Rückgang im Vormonat wieder ausgleichen, wobei besonders der Nordrange Index für europäische Häfen mit +4,8 auf 110,9 Punkte kräftig zulegte. Insgesamt stagniert der Containerumschlag aber seit Sommer 2024.
Insgesamt werden Prognosen für die weltwirtschaftliche Entwicklung vor dem Hintergrund der gestiegenen geo- und handelspolitischen Unsicherheit und einer erwarteten Abkühlung der Wachstumsdynamik in den USA aktuell tendenziell abwärts revidiert.
Die deutschen Exporte kommen auch zu Jahresbeginn nicht in Schwung. Nach einem saison- und kalenderbereinigten Plus im Dezember von 1,3 % kam es bei den nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im Januar gegenüber dem Vormonat zu einem deutlichen Rückgang um 4,5 %. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lagen sie allerdings noch um 0,3 % im Plus. Besonders in die EU-Länder (-4,2 %), aber auch in die übrige Welt (-0,4 %) wurde im Januar weniger geliefert als im Vormonat; die Ausfuhren in die USA gaben mit -4,2 % ebenfalls ggü. Dezember weiter nach. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen haben sich im Januar mit saison- und kalenderbereinigt -0,5 % gegenüber dem Vormonat schwach entwickelt, im Dreimonatsvergleich nahmen sie aber um 1,6 % zu. Infolge der stärkeren Einbußen bei den Exporten im Vergleich zu den Importen schrumpfte der monatliche Außenhandelsüberschuss saisonbereinigt von 11,3 Mrd. EUR auf 5,2 Mrd. EUR und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende 2022. Mit den USA dürfte sich der Überschuss bei sinkenden Warenausfuhren und deutlich steigenden Warenimporten (+6,5 % gegenüber dem Vormonat) im Januar ebenfalls verringert haben.
Die Einfuhrpreise sind im Januar saisonbereinigt um 1,1 % ggü. dem Vormonat gestiegen. Die Ausfuhrpreise legten mit +0,4 % etwas schwächer zu, so dass sich die Terms of Trade gegenüber dem Vormonat um 0,7 % verschlechterten. In realer Betrachtung dürfte der Rückgang der Ausfuhren also etwas höher ausgefallen sein, während die Einfuhren preisbereinigt nur leicht zugenommen haben dürften.
Die Frühindikatoren signalisieren nach wie vor keine nachhaltige Exportbelebung. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Januar saisonbereinigt um 2,3 % gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, wobei vor allem die ausländische Nachfrage nach Investitionsgütern weiter nachgab (-3,2 %). Durch den starken Einbruch im November lagen die Auslandsorder im Dreimonatsvergleich insgesamt sogar um 7,3 % im Minus. Die ifo Exporterwartungen haben sich im Februar trotz der gestiegenen Unsicherheit mit Blick auf die internationale Handelspolitik erstmals seit November 2024 wieder verbessert (von -7,1 auf -5,0 Punkte), auch, weil sich die Exportaussichten in der gewichtigen Automobilbranche aufgehellt haben. Insgesamt werden für das Verarbeitende Gewerbe aber nach wie vor rückläufige Auslandsumsätze erwartet.
Die Exportwirtschaft leidet weiterhin unter der schwachen Auftragslage, außerdem erschwert die erratische US-Handelspolitik zunehmend sowohl die kurz- als auch die längerfristige Geschäftsplanung der Unternehmen. Spürbare Vorzieheffekte im US-Geschäft sind in den Januar-Daten nicht erkennbar. Nach der deutlich rückläufigen Entwicklung der Exporte im Schlussquartal 2024 zeichnet sich aktuell eine weitere Hängepartie für die deutschen Exporteure ab.
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat preis-, kalender- und saisonbereinigt im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,0 % zugelegt. Im Dezember war sie nach leicht aufwärts revidierten Angaben um 1,5 % gesunken. In der Industrie stieg die Ausbringung mit +2,6 % deutlich, im Baugewerbe hingegen mit +0,4 % nur schwach und im Bereich Energie war sie mit -0,5% leicht rückläufig.
Innerhalb der Industrie entwickelten sich die einzelnen Wirtschaftszweige im Januar sehr unterschiedlich: Deutliche Rückgänge meldeten der zuletzt häufig durch Großaufträge geprägte sonstige Fahrzeugbau (-12,2 %) und die Hersteller von Metallerzeugnissen (-7,7 %). Auch die Produktion von pharmazeutischen Erzeugnissen (-5,3 %) sowie von DV-geräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (-2,5 %)hat sich rückläufig entwickelt. Spürbare Zuwächse waren hingegen bei der Reparatur und Installation von Maschinen (+15,6 %) sowie im Bereich Kfz und Kfz-Teile (+6,4 %) zu verzeichnen. Auch bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse ist es zu einem deutlichen Plus gekommen (+5,6 %), der gewichtige Maschinenbau konnte ebenfalls leicht zulegen (+1,0 %).
Im weniger volatilen und damit aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich stagnierte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar. Während sich die Industrieproduktion um 0,8 % rückläufig entwickelte, konnte das Baugewerbe um 1,0 % zulegen und auch die Energieproduktion wurde mit +5,5 % spürbar ausgeweitet.
Bei den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe ist es zu Jahresbeginn zu einem Rückprall gekommen. Sie sind im Januar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 7,0 % gesunken, nachdem sie im Dezember um 5,9 % gestiegen waren. Vor allem aus dem Inland gingen im Januar mit einem Minus von 13,2 % spürbar weniger Bestellungen ein; hier war es allerdings im Dezember infolge von Großaufträgen zu einer kräftigen Zunahme um 14,0 % gekommen. Die Auslandsorders verringerten sich im Januar vergleichsweise geringfügig um 2,3 %. Bereinigt um Großaufträge sanken die Ordereingänge insgesamt gegenüber dem Vormonat um 2,7 %.
Im weniger volatilen und damit aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 2,4 % ab. Dabei stand einem deutlichen Plus von 5,8 % bei den Inlandsbestellungen ein kräftiges Minus von 7,3 % bei den Aufträgen aus dem Ausland gegenüber.
Auch wenn zum Jahresbeginn vorherige Produktionsverluste teilweise wieder ausgeglichen werden konnten, zeichnet sich im Produzierenden Gewerbe insgesamt noch keine konjunkturelle Erholung ab. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich laut ifo Geschäftsklima und S&P Global zuletzt zwar leicht erholt, bewegt sich jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau. Angesichts der zuletzt wieder deutlich rückläufigen Auftragseingänge ist derzeit noch keine nachhaltige Belebung der Industrieproduktion abzusehen.
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Januar geringfügig um 0,3 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Januar ein reales Umsatzplus von 3,0 %. Der Handel mit Lebensmitteln zog im Januar leicht an (+1,6 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel verringerte sich um 3,8 % zu. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich hingegen ein Plus von 12,0 %.
Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Februar sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat rückläufig (-6,8 % bzw. -6,4 %). Im aussagekräftigeren Drei-Monatsvergleich nahmen die Zulassungen gegenüber der Vorperiode um 4,2 % ab. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Februar im Vormonatsvergleich ein deutliches Minus von 9,6 %. In der Drei-Monats-Betrachtung sanken die Zahlen um 2,8 % zu. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im Februar um 5,3 %. Das Gastgewerbe verzeichnete gegenüber dem Vorjahr nominal ein leichtes Umsatzplus von 0,6 %; preisbereinigt ging er um 2,6 % zurück. Im Dezember 2024 setzte das Gastgewerbe kalender- und saisonbereinigt nominal 2,2 % weniger um als im Vormonat. Gegenüber Dezember 2023 ging der Umsatz um 0,2 % zurück.
Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im Dezember um 1,5 Zähler auf 23,8 Punkte gestiegen, stagniert aber insgesamt seit Jahresmitte 2024 auf niedrigem Niveau. Die Beurteilung der aktuellen Lage hellte sich leicht um 0,4 Zähler auf 13,4 Punkte auf. Die Erwartungen stiegen um 2,6 Zähler -33,5 Punkte. Die Unternehmen des Einzelhandels planen laut ifo-Umfrage weiterhin Preiserhöhungen. So kletterten die Preiserwartungen zum fünften Mal in Folge auf nun 33,2 Punkte.
Für Februar gibt das Marktforschungsinstitut GfK eine Abnahme des Konsumklima von 1,2 Zählern auf -22,6 Pt. an. Negative Effekte hatten laut Institut am aktuellen Rand der Rückgang von Einkommenserwartungen und der Anschaffungsneigung. Ferner legte die Sparneigung zu. Laut GfK-Prognose wird das Konsumklima im März weiter um 2,1 Zähler auf 24,7 Pt. sinken. Das HDE-Konsumbarometer hellte sich dagegen im Februar nach einem schwachen Jahresstart leicht auf.
Trotz deutlicher Reallohnzuwächse in Höhe von 3,1 % im Jahr 2024 zeichnet sich mit Blick auf die Frühindikatoren weiterhin keine Trendwende ab. Sorgen um Arbeitsplatzsicherheit und anhaltende geopolitische Unsicherheiten belasten die Planungssicherheit und Konsumlaune der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Der Auftrieb der Verbraucherpreise liegt weiterhin nahe der geldpolitischen Zielmarke von 2%. So belief sich die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) im Februar unverändert auf 2,3 %. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,4 %. Einerseits haben die Preise für Nahrungsmitteln im Februar binnen Jahresfrist deutlich zugelegt und lagen um 2,4 % höher als im Vorjahresmonat. Andererseits waren die Energiepreise im Februar mit -1,6 % im Vorjahresvergleich weiterhin rückläufig und entlasteten die Inflationsrate. Auch die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) ist um 0,2 Prozentpunkte weiter auf 2,7 % gefallen. Mit ausschlaggebend hierfür war ein erneut etwas geringerer Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen von 3,8 %, der aber weiterhin deutlich überdurchschnittlich blieb.
Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen entwickeln sich zunehmend dynamischer, wirken aber insgesamt noch nicht erhöhend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise nahmen im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 % zu, gegenüber dem Vormonat sind sie um 0,1 % gesunken. Die Einfuhrpreise legten im Januar im Vormonatsvergleich um 1,1 % zu und lagen damit um 3,1 % über ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel haben sich im Februar sowohl gegenüber dem Vormonat um 0,6 % und gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 % erhöht.
An den Spotmärkten haben die Preise für Erdgas binnen Jahresfrist spürbar angezogen und der TTF Base Load lag zuletzt bei rd. 42 €/MWh und damit fast 62 % über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat sank er allerdings um 24 %. Die Markterwartungen deuten für die kommenden Quartale auf Erdgaspreise von weiterhin etwas über 40 €/MWh hin. Der Preis für Rohöl (Brent) lag mit zuletzt rd. 65 €/bl fast 11 % unter dem Niveau des Vormonats bzw. 17 % unter dem Vorjahreswert. Auch infolge administrativer Preisanhebungen wie der Erhöhung der CO2-Bepreisung, der Anhebung des Briefportos und der Verteuerung des Deutschlandtickets dürfte sich die Inflationsrate in den nächsten Monaten weiter etwas über der 2%-Marke bewegen. Im weiteren Jahresverlauf sollten dann aber inflationsdämpfende Faktoren – wie die moderate Preisentwicklung auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die Nachwirkung der restriktiven Geldpolitik und wieder niedrigere Tarifabschlüsse – die Oberhand gewinnen.
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt zu Jahresbeginn schwach. Die Arbeitslosigkeit hat die 3 Mio. Schwelle im Februar zwar nicht erreicht, ist saisonbereinigt (sb) jedoch um 5 Tsd. Personen gestiegen. Gleichzeitig nahm die Unterbeschäftigung mit sb +2 Tsd. Personen leicht zu. Die Erwerbstätigkeit ist im Januar sb mit –11 Tsd. Personen etwas stärker als zu Jahresbeginn üblich zurückgegangen. Die SV-pflichtige Beschäftigung hat im Dezember um sb 12 Tsd. Personen zugelegt und kompensierte damit fast vollständig den Beschäftigungsrückgang im November. Die realisierte Kurzarbeit lag im Dezember mit 222 Tsd. Personen abermals deutlich höher als im Vorjahresmonat, der Vormonatswert wurde jedoch erneut deutlich abwärtsrevidiert (-31 Tsd. Personen). Angesichts einer Stabilisierung der Anzeigen von Kurzarbeit ist daher vorerst nicht mit dem noch im Herbst befürchteten dynamischen Anstieg zu rechnen.
Die Frühindikatoren deuten auf eine weiterhin gedämpfte Entwicklung am Arbeitsmarkt hin: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist auf 98,3 Punkten gesunken, wobei sich nicht nur die Arbeitslosigkeitskomponente weiter rückläufig entwickelte, sondern auch die erwartete Beschäftigungsentwicklung erstmals seit der Corona-Pandemie nur noch knapp unterhalb der Expansionsschwelle blieb. Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich nach einem Anstieg im Vormonat zuletzt ebenfalls wieder abgeschwächt, was auch auf einen abermaligen Rückgang der Einstellungsbereitschaft im Dienstleistungsbereich zurückzuführen ist. Gleichzeitig weisen die bei der BA gemeldeten Stellen auf eine insgesamt rückläufige Arbeitsnachfrage hin. Angesichts fehlender konjunktureller Impulse ist mit Blick auf die erwartete Frühjahrsbelebung daher weiterhin mit einer eher verhaltenen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu rechnen.
Im Dezember 2024 lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach endgültigen Ergebnissen mit 1.791 Fällen auf dem Niveau des Vormonats November (1.787), jedoch 15,5 % über dem Vorjahresmonat. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 21.812 Unternehmensinsolvenzen gezählt, dies entspricht einem Anstieg von 22,4 % gegenüber 2023 sowie knapp 50 % gegenüber 2022. Es ist der höchste Jahreswert seit 2015. Während die von einer Insolvenz betroffenen Beschäftigten im Monats- und Jahresvergleich zweistellig zulegten (Dezember gegenüber November: +30,1 %; 2024 gegenüber 2023: 11,2 %), war der Anstieg bei den voraussichtlichen Forderungen jeweils dreistellig (Dezember gegenüber November: +110,4 %; 2024 gegenüber 2023: 118,4 %). Als Ursachen für die Zunahme der Unternehmensinsolvenzen sind unterschiedliche Faktoren zu nennen, darunter die gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten sowie Nachwirkungen der vorangegangenen Krisen (u. a. Nachholeffekte aus der Zeit der durch Sonderregelungen geprägten Corona-Jahre).
Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Februar mit 1.436 Insolvenzen einen Anstieg von 7,0 % gegenüber dem Vormonat sowie von 20,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten lag mit 18.839 rund 52 % höher als im Februar 2024. Das IWH sieht auf Basis von Frühindikatoren Anzeichen dafür, dass die Phase steigender Insolvenzzahlen vorerst beendet sein könnte. Für die Monate März und April werden konstante oder leicht rückläufigen Insolvenzzahlen erwartet.
In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 14. März 2025 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.
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